Südafrika VIII – Karoo und Kalahari

Südafrika VIII – Karoo und Kalahari

05.09.2020 – 19.09.2020

Bevor es losgeht: Wir haben einen Wandkalender für 2021 aus 2 Jahren Afrika zusammengestellt!! Wenn ihr einen haben wollt gehts hier lang. Wenn ihr keinen haben wollt, bestellt doch trotzdem einen…

Ich hätte ja nicht gedacht, dass wir mal nen achten Artikel zu Südafrika schreiben. Jetzt sind wir seit ziemlich genau 9 Monaten hier und langsam nähert sich alles einem Ende. Von daher mal ranhalten und die letzten Blogs fertig machen, weil, zurück in Deutschland werde ich da nur semi Bock drauf haben.

Es wird mal wieder Zeit für Sand, Staub und Pampa! Nach einer kleinen Rundtour an der Küste machen wir uns auf, das Land einmal von Süden nach Norden zu durchqueren. Einheimische machen das in einem Tag (1000 Kilometer kürzester Weg), aber die sind da auch sehr schmerzbefreit. Wir machen das in ein paar Wochen.

Von der Küste, durch die Berge über die Halbwüste (Karoo) in die Trockensavanne (Kalahari). Fast alles, was Südafrika an Vegetationszonen bereithält, einmal dabei.

Die Karoo

Joah, die Karoo. Viel ist da ja nicht. Das macht aber auch genau den Reiz aus. Die Landschaft, karg und größtenteils nur mit Gräsern und Büschen bewachsen, wird ab und zu von schönen Hügellanschaften unterbrochen. Ansonsten alles voll mit Farmen, die aber eher auf Jagd spezialisiert sind, als auf Viehhaltung.

Es ist wie mit allen großartigen Wüsten, Halbwüsten, Savannen: Braucht man nicht viel drüber zu schreiben (weil es, oberflächlich betrachtet, nix gibt), sondern muss man erleben. Spätestens beim Sonnenuntergang kommt die Magie zum Vorschein.

Städte gibts natürlich auch. Die sehen im Stadtkern sogar recht nett aus, weil es hier tatsächlich mal alte Häuser gibt. Zumindest für südafrikanische Verhältnisse, d.h. 19. Jahrhundert. Ja, Südafrika ist ansonsten allgemein gesehen keine Quelle architektonischer Meisterleistung. Folgerichtig sieht der Rest der Orte aus wie immer: Die “Parks” riechen alle zwei Meter nach Pisse, es wird viel herumgelungert und um den Ort herum erwarten einen wieder die allseits bekannten Wellblechpaläste. Städteurlaub sollte man lieber in Europa machen.

Hier gibts dafür Zebras und Antilopen zu sehen und für diejenigen, mit nem richtig guten Auge und Fernglas auch Erdmännchen und Löffelhunde. Löffelhund sollte jeder mal googlen. Fantastisch doof guckende Tiere.

Da die hiesigen Lockdownregeln gelockert wurden, konnten wir dann auch endlich mal wieder offiziell in ne Kneipe gehen. Südafrikanisches Bier ist und bleibt Plörre, dafür ist der Brandy & Coke um so besser. Bei 1,30 Euro für nen Doppelten kann man sich auch nicht beschweren. Außer der Kopf, wenn man am nächsten Tag um 17 Uhr aufwacht. Muss auch mal sein.

Und dann war da ja noch Orania. Dieser kleine, mitten im Nirgendwo gelegene Ort, in dem kein einziger Schwarzer wohnt. Und wahrscheinlich auch nie wohnen wird. Ursprünglich von Leuten gegründet, die nach dem Ende der Apartheid kein Bock hatten auf das neue Südafrika, ist das Örtchen heutzutage ordentlich am Wachsen. Weiße Enklaven gibts ja überall in Südafrika – dort wird das aber über den Immobilienpreis geregelt. Und dort gibt es schwarze Arbeiter für die Arbeit, die die Weißen nicht machen wollen. Also so ziemlich alles. Nicht so in Orania. Die Gründstücke des Ortes gehören einer Firma und um Land kaufen zu können, muss man Anteile an der Firma kaufen. Diese gibts aber nur, wenn man weiß ist. Steht so nicht genau geschrieben, darauf läufts aber hinaus.

Ob man das jetzt angebracht findet oder nicht, ist jedem selbst überlassen, zumindest lässt die südafrikanische Verfassung das mit Verweis auf das Selbstbestimmungsrecht zu. Und mal zur Einordnung: In vielen Teilen Südafrikas besteht auch sonst de facto weiterhin eine Segregation. Weiße leben getrennt (nicht nur wohnlich, sondern vor allem in sozialen Sphären) von Schwarzen, und verschiedene schwarze Ethnien leben getrennt voneinander. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die Trennung hier größtenteils entlang der Wohlstandsverteilung verläuft. Vor allem ist dies außerhalb der großen Städte zu beobachten. Der Wunsch nach einer Regenbogennation mit dem Ende der Apartheid ist wohl nicht so wirklich in Erfüllung gegangen. Aber nun gut, komplexes Thema.

Also Orania. An sich eigentlich ein normaler Durchfahrtsort mit 2000 Einwohnern. Dafür ist alles sehr sauber und wenn man den Einheimischen glauben kann, “der einzige Ort in Südafrika, wo man (als Weißer) ohne Waffe sicher ist”. Würde ich jetzt erstmal nicht unterschreiben, aber das war so der durchgehende Gedankengang der Leute, mit denen wir da gequatscht haben – bei einigen deutsch gebrauten Bieren. Genau, gibt dort nämlich ne deutsche Brauerei. Sehr zu empfehlen!

Die Kalahari

Weiter gen Norden bleibts beim Alten. Stein, Staub und Nichts. Bis dann irgendwann das Grau des Sandes sich langsam aber sicher in ein Rot verwandelt. Die Kalahari! Bzw. der Teil, der in Südafrika liegt. Namibia hat ein ordentlich Stück und im botswanischen Teil waren wir ja auch schon.

Rote Dünen! Das war das Ziel. Doch wie das hier so ist: alles eingezäunt abseits der Pisten. Man muss also auf eine der Farmen, um ins richtig Rote zu kommen. Lohnen tuts sich aber sowas von! Es sind zwar keine Sahara oder Namib Dünen, aber trotzdem ein traumhafter Flecken.

Abends Sterne von Horizont zu Horizont und die Milchstraße direkt über einem, dazu Geckogeschrei zum Sonnenuntergang. Joah, könnte schlechter sein. Noch einmal Afrikaurlaub ausm Katalog.

Jaaa es hat schon was: der rote Sand, durchsetzt von gelblichen Sträuchern und ab und zu ein Krüppelbaum. Das war dann erstmal das letzte Mal Afrika, wie man es sich so vorstellt, für uns.

Sonst noch was? Doof guckende Tiere hatte ich ja weiter oben angesprochen, aber da gibts ja noch mehr! Erdmännchen! …

Und sonst so?

Außerdem hatten wir unseren ersten Reifenverlust zu beklagen. Nach irgendwie 58000 Kilometern ist das in Ordnung. Den Wechsel lässt man natürlich fachmännisch von jemandem mit angeknackstem Knöchel machen!

Was für ein Gentleman!

Und zum Abschluss auch hier nochmal der dezente Hinweis: Unser Kalender 2021 ist jetzt erhätlich!

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