Grenze Senegal

Grenze Senegal

Der Grenzübertritt von Mauretanien in den Senegal

Stand: Februar 2019

Die Problematik ist folgende: In den Senegal dürfen keine Autos, die älter als acht Jahre sind, importiert werden. Betrifft Reisende eigentlich nicht, (weil sie ihr Auto weder im Senegal anmelden, noch verkaufen wollen), nur haben die Zollbeamten an der Grenze eine andere Auslegung: Jedes Auto, welches die Grenze übertritt und älter als acht Jahre ist, wird der Kategorie “Import” zugeordnet und hat somit ein Problem.

Wir machen es kurz: Carnet de Passage, Carnet de Passage, Carnet de Passage. Es ist egal ob Rosso oder Diama, sind alles die gleichen Löcher. Diama war wohl früher noch möglich ohne den ganzen Nerv rüberzukommen, unseren diesjährigen Erfahrungen nach, hat es aber jeden erwischt. Vom Süden oder über Mali kommend gibt es keine Probleme dieser Art.

Ohne Carnet wird es teuer, zeitintensiv und anstregend. Außer ihr fahrt Motorrad oder habt ein Auto welches jünger ist.

Etwas ausführlicher: Auf der mauretanischen Seite verläuft alles realtiv geradlinig und fix. Auto ausstempeln beim Zoll kostet 400 Ouguiya (10 Euro). Dieser Betrag ist wohl rechtmäßig. Wir haben versucht es für zwei Stunden auszusitzen, es führte aber kein Weg dran vorbei. Mit Quittung.

Dann kommt noch einer angerannt und will eine “Community Tax” über 50 Ougiya eintreiben, mit Quittung: geschenkt.

Als nächstes werden die Reisepässe ausgestempelt. Hier wurde nochmal nach 10 Euro gefragt. Freundlich ablehnen, das ist der korrupte Part der mauretanischen Grenze. Ging dann auch ohne Probleme.

Auf der mauretanischen Seite ist man nun soweit fertig, weiter geht es über den Damm zur senegalesischen Seite. Es gibt eine Dammgebühr. Für uns waren das wieder 10 Euro, verhandeln brachte nichts. Ebenfalls mit Quittung.

Jetzt geht der Spass los für alle die kein Carnet haben. Das Einstempeln der Reisepässe läuft problemlos und ist kostenlos. Auf der anderen Seite des Weges erwartet einen dann schon der Zoll.

Mit Carnet: Carnet vorzeigen und ein Passavant (temporäre Einfuhrgenehmigung) für 48 oder 72 Stunden bekommen, um nach Dakar fahren zu können. Dort wird dann das Carnet erst gestempelt.

Ohne Carnet: Hier schwanken die Erfahrungsberichte zu unserer Zeit. Ein paar klare Punkte gibt es trotzdem: Ihr werdet zwischen 250 und 750 Euro pro Auto bezahlen, je nach Sonnenstand und Willkür des Zollbeamten. Jeder an der Grenze wird einigermaßen freundlich sein, es ist aber davon auszugehen, dass alle etwas vom Kuchen abbekommen. Hilfe ist hier nicht zu erwarten. Und versucht es gar nicht erst mit dem Einschalten irgendeiner Botschaft. Desweiteren kann es sein, dass es dann noch ein wenig dauern wird, weil der Zoll ja nicht korrupt ist und für eure Import-Ausnahmeregelung erst jemanden aus Saint Louis holen muss….Der Versuch des Aussitzens, indem man am Zollbüro campiert, ist sinnlos und nervend (Stichpunkt Cadeaux-Kinder). Es haben Leute dort für 3-5 Tage campiert, um dann am Ende doch den vollen Preis zu bezahlen.

Ansonsten versuchen sie euch noch ne überteuerte Kfz-Versicherung anzudrehen, die angeblich notwendig ist, um einzureisen. Ist sie nicht, es reicht, sich eine in der nächsten Stadt zu kaufen. Diese Diskussion hat bei uns aber nichts gebracht (genauso wie alle anderen Diskussionen an diesem Grenzposten), der Hinweis, dass wir kein Geld haben, hat dann aber geholfen.

Now, you’re free to go.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.