Namibia II – Stein und Sand und Elefant

Namibia II – Stein und Sand und Elefant

26.11.2019 -04.12.2019

Nach unserem grandiosen Einstieg in Namibia, der vor allem von Sand und Steinen geprägt war, sollte es auch genau so weitergehen. Die Zeiten von grünen Landschaften sind seit Angola vorbei (zumindest im Westen Namibias). Aber karge Landschaften versprechen ja auch immer Ruhe, Einsamkeit und nichts und niemanden, der dir aufn Keks geht. Naja, bis auf den konstanten Staubgeschmack in Mund und Nase. Aber so ist das halt ohne Klimaanalage, mit offenen Fenstern und Dichtungen, die den Namen nicht verdient haben. Sehr MadMax-ig das Ganze. Auch nicht verwunderlich, der Film wurde ja schließlich hier gedreht.

Aber Sand und Stein ist beileibe nicht das Einzige, was es hier zu sehen gibt: Endlich mal Tiere! Wer die westafrikanische Küste runterfährt, sollte sich darauf gefasst machen, außerhalb von einer handvoll Nationalparks keine Tiere größer als ein Hausschwein zu sehen. Ok, Kühe. Dann sagen wir mal lieber exotischere Tiere. Ja, wir hatten auch Elefanten und anderes Zeug in Ghana gesehen , Gorillas im Kongo und verschiedene Kleinstaffen immer mal wieder (irgendwo muss ja schließlich das Bushmeat herkommen), aber so dieses “Afrika-Tiere-gucken-Ding”, was man sich so als unbedarfter Reisender vorstellt, war damit nicht zufriedenstellend abgedeckt. Das sollte sich nun ändern.

Dem zum Großteil trockenen Flussbett des Hoanib folgend, geht es für uns weiter auf der Suche nach den wilden Elefanten, Zebras und Giraffen, die hier durch die Gegend wandern. Erstmal gabs nur ne ganze Menge toter Kühe, die im grünen Gras des Flussbetts verwesend rumlagen, keine Ahnug was da los war. Aber dann, die erste Giraffe!

Ich war leicht aus dem Häuschen, die Giraffe auch und lief dann gleich mal weg. Erstaunlich, wie sich so ein Vieh hinter kleinen Büschen verstecken kann, wir haben sie auf jeden Fall trotz Spurenlesens nicht mehr gefunden. Aber auch nicht so wild. Die Landschaft drumherum war auch so absolut grandios.

Und natürlich gabs noch mehr zu sehen! Kommt auf einmal ne Herde Elefanten vorbei gelatscht! Wir waren leicht perplex, wie unbemerkt so ne Großfamilie Dickhäuter sich doch anschleichen können. Schon ganz cool.

Nach einigen Tagen in der Gegend ging es für uns dann auf staubigen Rüttelpisten weiter nach Süden, ins Desolation Valley. Dieses keineswegs trostlose Tal folgt dem trockenen Huab-Fluss und ist eingefasst von rostroten Bergketten: eine malerische Landschaft. Einsamkeit pur. Und wir mittendrin auf der Suche nach herumstreunenden Tieren. Was soll ich sagen, seht selbst.

Weiter und immer über Pisten fahren wir durch sich alle paar hundert Meter ändernde Lanschaft. Schotter, grau, dann schwarz geht über in weiße Steine und rote Felsbrocken, dann wieder goldene Sandfelder und buckelige Staubpisten. Hier und da ein überraschend grüner Busch. Schon von weitem sehen wir ein riesiges Bergmassiv, das einfach nicht näher rücken will. Der Brandberg. Namibias höchste Erhebung. Da wollen wir hin. Natürlich nicht zum hochlaufen. Wir machen kein Cardio.

Noch ne ganz lustige Story: Wir wollten am nächsten Tag unseren Weg dann im Flussbett fortsetzen und weiter nach Elefanten Ausschau halten. Vorsicht was du dir wünscht, sag ich nur! Keine 200 Meter ins Bett reingefahren, verengt sich der Weg durch irgendwelche Büsche und Bäumchen und wird zu einem kleinen Canyon. Wie aus dem nichts steht auf einmal der

neben uns. Wir uns kurz erschrocken, er weiter gemampft, wir weiter gefahren. Hinter der nächsten Biegung stand dann der Rest seiner Familie. Keine Ahnung, fünf Elefanten oder so. Ich konnte in dem Moment weder zählen, noch n Foto machen, weil ich damit beschäftigt war, keinen Anfall zu bekommen, während Tan versucht hat, auf der Stelle das Auto umzudrehen. Da war kein Vorbeikommen. 5 Dickärsche im schmalen Canyon sind dann doch mindestens vier zu viel. Das war also unsere erste unfreiwillige Annäherung an Elefanten, aber ich kann verraten, dass wir bei den zukünftigen Begegnungen dann doch sehr viel entspannter waren (nachdem wir erstmal bei youtube gecheckt haben, wie der Elefant so tickt).

Aber bevor das hier noch in einen Reiseblog ausartet, der jeden Stein und jedes Sandkorn dieser grandiosen Gegend beschreibt, höre ich für heute auf und ihr könnt euch die Steine und Sandkörner anschauen.

Mehr Bilder gibts wie immer hier. Die gefahrene Route könnt ihr hier nachvollziehen.

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