Mauretanien – Von Atar bis zur senegalesischen Grenze

Mauretanien – Von Atar bis zur senegalesischen Grenze

Mauretanien I

03.02.2019 – 17.02.2019

Diesmal: Mehr Sand(sturm)

Atar. Das Tor zur Sahara. Oder so ähnlich. Ein wohlklingender Name für ein sandiges Shithole. Die Stadt an sich ist nicht wirklich eine Erwähnung wert, die Umgebung dafür umso mehr. Nachdem wir im Bab Sahara Camping den dringend benötigten Waschmaschinenmarathon erfolgreich beendet haben und noch ein paar Baguettes aus Schubkarren und Kamelfleisch mit mehr Fliegen als Kamel auf dem Markt gekauft haben, ging es für uns tiefer in die Sahara, zum Auge von Afrika. Oder Guelb Er Richat. Was auf Google von oben ganz cool aussieht, sieht meistens von der Erde selber nicht nach viel aus, das war uns klar. Aber der Weg dorthin versprach nochmal schönes Dünenfahren und echtes Wüstenfeeling. Deshalb sind wir auch nicht die 200km Waschbrettpiste gefahren, sondern weiter südlich am Haste-Nicht-Gesehen Massiv entlang (sorry, Namen vergessen, näheres auf der Karte). So ging es durch wunderschöne Wüstenlandschaften bis Chinguetti.

Chinguetti bis Oudane

Es hätte ruhig noch ein wenig so weitergehen dürfen, aber nein. Zeitgleich mit dem aufziehenden Sandsturm zog auch das Fieber in mir auf. Das wurde wahrscheinlich von der Fliege in meinem 0,0% Bier, welches ich am Vorabend getrunken habe, verursacht. Mit Korn wär das nicht passiert. Der hätte allerdings auch die Sache mit dem Harmattan nicht geändert. Die nächsten Tage standen wir dementsprechend im Nirgendwo und haben Serien geguckt. Draußen war es bei dem umherfliegendem Sand sowieso recht unangenehm. Irgendwann ging es dann wieder besser und wir haben uns das UNESCO Dorf Chinguetti angeguckt. Damit ich hier nicht das nächste mauretanische Dorf ob seiner Sehenwürdiglosigkeit beschimpfe, mache ich einfach weiter. Nur so viel: Das UNESCO Geld wurde wohl direkt in Sand investiert. Für uns gings dann weiter nach Ouadane, dem letzten Ort vor dem Auge. Auch hier die Stadt komplett ausgestorben um die Mittagszeit rum, nur die üblichen Cadeaux-Kinder. Die Axt fand diesmal allerdings keine Verwendung. Die weitere Fahrt zum Auge war einfach nur grandios, trotz Sandsturm. Erst ging es über ein riesiges Sandplateau, später nahm die Vegetation wieder zu, um dann kurz vor dem Ziel wieder einer Steinwüste zu weichen. Am Auge selber war dann noch weniger als erwartet zu sehen, und so ging es nach einer Mittagspause wieder zurück in die Sandfelder zur Übernachtung. Der nächste Tag brachte keine Verbesserung des ganzen Harmattanzustands und so beschlossen wir, auf weitere Sandfahrten wegen Sinnlosigkeit zu verzichten und und weiter nach Süden in Richtung Hauptstadt zu fahren.

Atar bis Nouakchott

Einmal ordentlich Sand sollte es dann aber doch nochmal sein, die Vorstellung von 450km Teer bis Nouakchott hat uns nicht so angemacht. Also südlich von Atar noch einen Abstecher über eine Oase gemacht, um dann in einem ehemaligen Flussbett zu landen, was sich sehr nach Ostseestrand angefühlt hat. Absolut ruhig und abends nur der Muezzin leicht aus dem Dorf hinter einer Bergkette zu vernehmen.

Und der Rest ist ziemlch schnell erzählt: Teer, Teer, Teer und ab und zu ein wenig Staub von links nach rechts. Nur unterbrochen von trostlosen, sandverwehten kleinen Ortschaften. Und dann Nouakchott, Hauptstadt Mauretaniens, an der Küste gelegen. Die Stadt an sich ist ganz nett, für mauretanische Verhältnisse. Auch hier gab es die klassischen Stadtabsurditäten zu bewundern: üferreife Schrottkarren, zusammengehalten von Spachtelmaße und das allgegenwärtige Wechseln von Reifen mitten auf der Kreuzung. Nach mir die Sinnflut.
Wir haben es dann vorgezogen, etwas außerhalb der Stadt am Strand zu campieren, um auf unser Carnet de Passage aus Deutschland zu warten. Nebenan war auch gleich der Fischhafen, bzw der Fischerstrand, an dem sich jeden Nachmittag die absolute Betriebssamkeit entlud, sobald die kleinen Fischerboote auf den Strand fuhren. Dann lag mehr Benzin als Fischgeruch in der Luft, es wurden feine Müllfeuer gestartet, um den Fisch zu grillen und die Boote wurden auf Gasbuddeln höher an den Strand gerollt. Ein schönes Schauspiel. Ansonsten war es ein überraschend schönes Stück Strand und durch die Stadtnähe kamen dann zum späten Nachmittag immer mehr Einheimische, um am Strand Sport zu machen, zu spazieren und ihren Müll in der Gegend zu verteilen. Aber was willste machen, so ist das halt. Nach ein paar Tagen auf das Carnet warten, kam dann nicht nur dieses, sondern auch die beiden Iglhaut Fahrer von www.wirmachenblau.com . In zweifacher Iglhaut Stärke haben wir uns dann tags darauf in Richtung senegalesischer Grenze aufgemacht.
Der große Spaß, den uns dieser Genzübertritt bereiten sollte, wird dann ausführlich im nächsten Beitrag beleuchtet.

Mehr Bilder gibt es hier. Und die gefahrene Route könnt ihr hier nachverfolgen.

3 Gedanken zu „Mauretanien – Von Atar bis zur senegalesischen Grenze

  1. Hatte mal wieder Zeit zum Stöbern, sitze gerade beim Zahnarzt 🙁
    Echt super Bilder – passt auf, das ihr nicht noch den Pulitzerpreise bekommt… Ansonsten Daumenhalten für dieses Abenteuer (der Offroadhügel bei Radeburg hat sich ja nun offensichtlich für euch erledigt – hm, so viel Sand wird der Rangi nie sehen…)
    Liebe Grüße!

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