Ein Abstecher nach Gambia

Ein Abstecher nach Gambia

03.03.2019 – 07.03.2019

Diesmal: Schnell mal nach Gambia

Gambia. Sieht komisch aus auf der Landkarte, lass mal hinfahren.
Stellt sich raus, dass es aus einem gewissen Grund wie ein labbriger Finger aussieht, der in den Senegal pikst. Alles natürlich wegen der Kolonialgeschichte: Engländer und Franzosen haben sich über die Ausmaße ihrer Überseegebiete gestritten und daraufhin haben wohl die Engländer vom Fluss Gambia aus mit Kanonen (von Booten aus) geschossen. Überall, wo die Kugeln hinflogen, war britisches Gebiet. Ob das so stimmt, ist anzuzweifeln – eine schöne Story bleibt es dennoch. Dass in Gambia englisch gesprochen wird, ist auch ne gute Sache: Ist ja mal wieder nett, wenn einen die Einheimischen verstehen und vice versa. Der Grenzübertritt verlief für uns mit Carnet problemlos, ohne den Wisch ist das eher nicht so, wie Robert und Eva (wirmachenblau.com) erneut feststellen mussten. Auch hier verlinke ich mal auf die Grenzsektion für weitere Informationen. Anschließend ging es für eine Gebühr je nach Autogröße (wir wurden der Kategorie “21-35 Personen-Transporter” zugeordnet und mussten 11€ zahlen) über eine nigelnagelneue Brücke über den Gambia, welche uns das stundenlange Fährenkutschieren aus früheren Zeiten ersparte. Was uns nicht erspart blieb und tatsächlich ein First auf diesem Trip war, waren die Versuche seitens der Polizei, uns bei den unzähligen “Kontrollen” Geld oder Irgendwas aus den Taschen zu leiern: “What’s good for me?”, “What did you bring for me?” – Ehrliche Antworten haben wir uns mal verkniffen und nach kurzem “Hä, wat?” unserseits gings dann auch zügig weiter. So zog sich sich das durch ganz Gambia. Man gewöhnt sich dran, gegeben haben wir nix.

Südlich des Gambias (der Fluss) wird es dann auch endlich wieder grün. Nicht nur bei Google Maps gut zu sehen, sondern auch beim Durchfahren des Landes fühlt man sich langsam im Dschungelbuch angekommen. Verstärkt wurde das noch bei ein paar Fahrten durch den Busch, inklusive in-den-Weg-hängende Äste wegschneiden und eigene Wege bauen, weil die existierenden dank der Bäume zu schmal für uns sind. Robert und Tanja haben die knallharten Sandhügel weggehauen und ich habe mir das vom Schatten aus angeguckt, hatte mir vorher meinen Rücken zerlegt. Oder so… Husarenaffen haben wir dann auch noch gesehen!

Auf dem Weg nach Banjul an der Küste gibts viel Gleiches: Von der Nationalstrasse kommt man kaum runter (was der Form des Landes geschuldet ist), die Dörfer sind vornerum alle hübsch aufgeräumt und hinten brennt der Müll. Die Kinder rennen uns unter lauten “Toubab, Toubab” (Weißer) -Schreien hinterher und wollen irgendwas. Gab aber nix. Das Vertrauen auf Geschenke von Ausländern kommt allerdings nicht von Irgendwo: Ausnahmslos jedes Dorf ist gesponsert von irgendwelchen Hilfsorganisationen, Projekten und NGOs. Ganz tolle Wurst. Da kann sich der Weiße in Europa oder den USA mal so richtig gut fühlen.Vor Ort hinterlässt das, vorsichtig ausgedrückt, eher einen sehr schalen Nachgeschmack.

Banjul/Serrekunda

Irgendwann sind wir dann in Banjul, beziehungsweise Serrekunda. Ein feines Loch. Die Stadt selber hat nichts zu bieten außer Stau auf allen Straßen. Aber den Liter Schnaps gibts für 3 Euro! Da braucht man sich auch das überteuerte lokale Bier für 90 Cent /0,33 Liter nicht kaufen. Obst/Gemüse ist mal wieder eine Zumutung, wie schon im Senegal. Entweder sackteuer weil importiert oder schrumpelig, weich und klein (und teuer) weil lokal. Naja, wenigstens gabs mal wieder Hackfleisch. Apropos Zeug kaufen: Wer unbedingt seine alte Karre verkaufen will, sollte nach Banjul/Gambia fahren. JEDER Typ mit mehr als 10 Euro auf dem Konto wollte uns unser Auto abkaufen. Auch ansonsten waren überall “Gebrauchtmärkte” für Autos zu sehen. Es haben nur die bunten Wimpelketten gefehlt.

Was Banjul/Serrekunda Stadt zu wünschen übrig ließen, lieferte allerdings der Strand an Gambias Atlantikküste: Ruhige Ecken mit sehr freundlichen Einheimischen und türkisfarbenem Wasser ließen uns dann doch länger verweilen, als gedacht. Kein Wunder, dass die Briten so gerne in die Gegend kommen, wenn Thailand zu weit scheint. Was dem britischen Urlauber seine thailändische Freundin ist, ist der britischen Urlauberin ihr gambischer Freund…

Die Route gibts wie immer hier und die Bilder in der Übersicht hier.

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