Über die Grenze in den Senegal

Über die Grenze in den Senegal

17.02.2019 – 03.03.2019

Diesmal: Von Mauretanien nach Senegal mit viel Grenzblabla und am Strand rumhängen

Nachdem wir mit den beiden von wirmachenblau.com aus Nouakchott losgefahren sind, stand nun der Grenzübertritt nach Senegal (Diama) auf dem Programm. Dieser Grenzübergang ist ein wenig speziell und ein ziemliches Arschloch. Um den Affentanz und Korruptionssumpf aus diesem Artikel herauszuhalten, verlinke ich mal auf unsere Kategorie zum Thema Grenzübergänge, wo alles ausführlich beschrieben ist.


Alle anderen Mitlesenden holen wir einfach direkt hinter der Grenze ab, als wenn nichts passiert wäre.

So, der Senegal. Hier verlassen wir nun wirklich die Sphären der Berber und Araber und Schwarzafrika beginnt. Schon kurz vor der Grenze wurde die typische Sahara Steppe immer weiter zurückgedrängt und machte immer mehr Bäumen und Büschen Platz. Es wurde endlich mal wieder grüner und es kam allmählich das Gefühl auf, im Afrika des Dschungelbuchs zu landen. Passend dazu gab es auch die ersten Warzenschweine zu sehen. Na dann, Hakunamatata oder so.

Erster Stopp hinter der Grenze war Saint Louis, um unsere unfreiwillige vierwöchige Alkoholabstinenz so schnell wie möglich zu beenden.

Saint Louis ist ganz nett, die Altstadt im Kolonialstil und voll mit französischen Touris, die lokalen Fischerbehausungen voll mit wuselnden Menschenmassen, die das Leben auf der Straße stattfinden lassen.
Wir mussten dann allerdings mehr oder weniger fix nach Dakar, um unser Carnet de Passage stempeln zu lassen. Dafür sind sich die Herren an der Grenze nämlich zu fein.

Funny Story: Haben sie uns doch tatsächlich in Saint Louis ne Parkkralle verpasst, wegen angeblichen Falschparkens. Der Typ wollte 6000 CFA haben. Es war absolut nicht ersichtlich, was mit unserer Parksituation verkehrt war, also haben wir mit ihm rumdiskutiert. Aber man könnte sagen, dass er nicht wirklich Bock darauf hatte. Ich war kurz davor, die Flex rauszuholen… Naja, für 10 Euro kann man dann ja mal nen kleinen Aufriss machen. Also sind wir zur nächsten Polizeistation gelaufen, um, ja keine Ahnung, irgendwas zu erreichen. Nach einigem Hin und Her sind dann auch zwei Polizisten mit uns zurückgefahren, um mit Mister Parkkralle zu reden.

Nachdem die drei sich allerdings mit Handschlag und großem Lachen begrüßt haben, war klar, dass hier nicht viel zu holen sein wird. Wirklich erklären konnte man uns immer noch nicht, warum wir hier nicht parken dürfen, aber es zeichnete sich ab, dass wir entweder zahlen müssen oder die Flex zum Einsatz kommen muss. Das wäre auch ein ordentlicher Einstand in den Senegal gewesen. Und auf einmal war die Strafe verhandelbar. Wir haben uns dann auf 2000 CFA (3,X Euro) geeinigt und schwups war die Kralle weg.

Dakar

Also ab nach Dakar, auf dem Weg dorthin gibts sowieso nichts zu sehen (Lac Rose ist ne Tourifalle und riecht komisch). So, Dakar. Erwartet haben wir ein Moloch, erlebt haben wir eine überraschend angenehme Großstadt. Carnet stempeln ging ohne Probleme, außer, dass Unterhemd, kurze Hose und Flipflops scheinbar nicht die richtige Kleidung ist, um den Zollbeamten gegenüber zu treten- wir mussten uns umziehen. Abends trafen sich die Einheimischen am Strand, um dort Aerobicübungen zu machen, als wären es die 90iger, und sich im Freiluftfitti auszutoben. Sehenswürdigkeiten im eigentlichen Sinn gibt es keine, bis auf eine Top Statue, auf die Stalin sehr stolz gewesen wäre. Wurde lustigerweise von den Nordkoreanern gebaut. Richtig gut, gerne wieder.

Doch Senegal hat noch mehr Strand als Dakar City Beach, der übrigens überraschend viele schöne Ecken hat. Die nächsten Tage haben wirs uns dann auch bei Lagerfeuer und ein, zwei Getränken und teilweise 42 Grad im Schatten mit wirmachenblau.com an der Petite Cote und in Palmarin gutgehen lassen.

Teile der senegalesischen Touristeninfrakstruktur sind allerdings ganz schön im Arsch, je weiter man nach Süden kommt, vor allem rund um Palmarin. Die ehemals opulenten Anlagen sind mittlerweile komplett dem Zerfall überlassen worden, was bei der verheißungsvollen Küstenlinie doch sehr wundert.

Um nun unserer weiteren Planung zu folgen, ein kurzer Blick auf die Karte. Komplett von Senegal umschlossen, und damit Sengal fast teilend, liegt der ehemalige englische Finger namens Gambia. Wenn man nun von Nordsenegal nach Südsenegal will, kann man entweder außen rum oder durch Gambia auf dem direktesten Weg fahren. Den Fluss Gambia sehen und ein Land mehr auf der imaginären Strichliste ist auch immer gut, also ging es für uns über Kaolack in Richtung Gambia.

Und sonst so?

Es liest sich, als hätten wir viel am Strand rumgehangen? Vollkommen richtig, dafür eignet sich der Senegal auch wunderbar! Ansonsten macht er bisher einen sehr entstpannten Eindruck. Polizei und Militär sind äußerst korrekt an den Straßensperren, es werden keine lächerlichen Pseudoregeln (Autofahren nur mit festem Schuhwerk) angewendet und die Einheimischen sind immer für ein Schwätzchen zu haben. Ohne Französisch- oder Wolofkenntnisse kommt da bei uns nicht viel rum, aber hey, für Fische vom Fischer kaufen reicht es allemal.

Unsere Route könnt ihr wieder hier nachvollziehen und mehr Bilder gibt es hier.

2 Gedanken zu „Über die Grenze in den Senegal

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