Transit – 3000 Kilometer vorspulen

Transit – 3000 Kilometer vorspulen

22.08.2025 – 11.09.2025

Nach so vielen -Stans ist jetzt mal Schluss.

Naja, fast.

Eins geht noch. Aber wirklich schnell. Und dann ist Schluss. Kasachstan, der geneigte Leser mag sich erinnern, dort waren wir schon vor ein paar Monaten und was für ein geiles Land! Jetzt müssen wir aber mal auf die Tube drücken, denn wir wollen in die Mongolei und in nicht allzu ferner Zukunft wird es dort kalt. Arschkalt, um es meteorologisch korrekt auszudrücken.

Also: Schnell durch Kasachstan und dann noch einmal durch ein Stück Russland. Denn, auch wenn es auf der Karte auf den ersten Blick so aussieht, teilen Kasachstan und die Mongolei keine Grenze. Man könnte auch „untenrum“ durch China fahren, aber das kostet extra Zeit und Geld. Nicht, dass die Russen für das Transitvisum nicht auch königlich abkassieren würden, aber China werden wir später noch genug haben.

Von daher, diesmal ein wenig kürzer, was Text und Fotomaterial betrifft.

Wir starten im Südosten Kasachstans. Charyn Canyon – sehr schön von oben. Unten ein bissl viel los, aber ist auch zu nah an der Metropole Almaty dran, um nicht überrannt zu werden. Instagram Photospots, wallende rote Kleider wie in Kapadokien, „Jeep“touren (in der Buchanka), das übliche Spiel.

Großer Sprung, 1000 Kilometer später: Öskemen.

Ab in die russische Botschaft. Deutsch sprechender Botschaftsmitarbeiter… Visum beantragt und wir sollen in ein paar Tagen wiederkommen.

Genug Zeit, die letzten Tage in Kasachstan voll mitzunehmen. Milch in Tüten, unzählige Melonen- und Kürbisstände, ordentliche Fittis und generell einfach ne gute Stimmung.

Und nicht, dass hier jemand denkt, wir lassen es uns nur gutgehen. Nein, der Karre lassen wir es auch gutgehen! Und deshalb machen wir gleich mal an der Hinterachse Radlager und Dichtring neu. An der anderen Karre auf dem Bild war nichts mehr zu machen.

Dann war das Visum abholbereit. Also ab zur Grenze. Es entsponn sich der übliche Tanz. Durchgekommen.

Beim letzten Russlandtransit zwischen Georgien und Kasachstan gab es leider nur drei Tage für uns. Da blieb nicht wirklich Zeit für irgendwas, außer durchzufahren. Diesmal haben wir das Maximum von 10 Tagen wie gewünscht bekommen und konnten sehr entspannt die 1500 Kilometer bis zur mongolischen Grenze zurücklegen.

Und da wir ja kulturell so interessiert sind, geht es natürlich sofort hinter der Grenze ins Museum. Ins Kalaschnikow-Museum

Der Herr Kalaschnikow wusste schon, wie man ein Arbeitszimmer einrichtet.

Auch ansonsten ist hier vieles sehr nach unserem Geschmack: Alt, ein wenig zerfallen, sehr charmant.

Geht natürlich auch anders:

Es lässt sich aushalten und wir würden gerne noch bleiben, doch die Gipfel der Berge erzählen schon vom Winter. Und den wollen wir weder in Sibirien noch in der Mongolei verbringen. Wir sind ja keine deutschen Kriegsgefangenen.

Auf dem Weg in die Mongolei geht es durch das Altai-Gebirge und Erinnerungen an Albanien und Montenegro werden wach. Ansonsten wieder viele A-Frames und Wohnwürfel für die Touristen gepaart mit sinnlos dekorierten Instagram-Fotospots. Ist scheinbar egal, ob man in der Türkei, Kurdistan, Montenegro, Kirgisistan oder Russland sitzt, der Algorithmus in Instagram, TikTok und Pinterest scheint jedem die gleichen Idealbilder vorzuspielen. Auch eine Art Völkerverständigung. Alle geeint unter den warmen Flügeln des Kapitalismus.

Ansonsten sehr schön hier. Kleine Wege abseits der Hauptstraße führen an wilde Flüsse und Seen und im Hintergrund thronen die schneebedeckten Berge. Überall campen, angeln, Vodka trinken, kein Problem. Leben wie ein Einheimischer.

Je näher wir der nächsten Grenze kommen, desto mehr öffnet sich die Landschaft und wir bilden uns ein, schon in der Mongolei zu sein. Aber wir haben ja auch keine Ahnung. Das ändert sich dann sicherlich im nächsten Blogbeitrag.

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