Saudi-Arabien II – Kreuzfahrten

Saudi-Arabien II – Kreuzfahrten

11.03.2025 – 23.03.2025

Was für eine grandiose Landschaft dieses Land bietet! Die größte Sandwüste der Welt, einige schicke Steinformationen und das mittelmäßige Moloch Riad hatten wir beim letzten Mal.

Eigentlich können wir genauso weitermachen: Schnittige Steine und absurde Tourifallen für die Meistbietenden.

Wie immer gibts aber erstmal das Video. Ton an und los gehts!

Ein Servicehinweis folgt sogleich: Es wird für absehbare Zeit keine Videos mehr geben, weil der Flugapparat Bekanntschaft mit dem Boden gemacht hat, nachdem ich ordentlich in die Propeller gelangt habe. Finger: Blutig. Drohne: Blind.

Saudi-Arabien

Es ist eigentlich das perfekte Land für alle Camper und Reisenden mit eigenem fahrbaren Untersatz zum einfach drin Verlorengehen. Naja, für perfekt fehlt noch der Bier- und Schnapsverkauf, aber das wird vielleicht auch noch irgendwann. Denn: für Geld wird alles möglich gemacht. Ob man dann eigentlich noch nach Saudi-Arabien will, steht auf einem anderen Blatt.

Es sind ja nicht nur die international bekannten Projekte wie Neom (The Line), sondern auch (noch) international weniger bekannte Ecken, wie al-Ula und vieles, was ihr oben im Video gesehen habt.

Alles wird hochgerüstet für den geldschwangeren internationalen Tourismus. Da geht dann auf einmal auch das Baden im Bikini am Pool klar. Hauptsache, du hast vorher die Visa Goldkarte hinterlegt. Und wenn du dann abgetrocknet bist, kannst du durch einen originalen Disneyland-Geisterstadt-Nachbau des alten Ortes schlendern, um in einer französischen Boulangerie zu frühstücken. Fast wie in 1001 Nacht. So sieht das halt aus, wenn du dir deine „Altstadt“ von französischen Beratern entwickeln lässt. Die Bayern mit Haxen und Bier waren hier aus nachvollziehbaren Gründen sicherlich nicht die erste Wahl.

Ist bestimmt ne schöne Sache für die Kreuzfahrtencrowd. Für die Unterhaltung ist schon gesorgt! Denn es hört nicht bei der Oasenstadt auf: Die gesamte Umgebung wird für den Tourismus entwickelt und so entstehen Zoos (Naturreservate) mit neu angesiedelten, eigentlich längst zu Tode gejagten Tieren, das größte Glasgebäude der Welt (welches eine Konzerthalle beherbergt) und jeder einigermaßen außergewöhnlich aussehende Stein wird eingezäunt und in eine Eventlocation mit Cafés, Unterkünften und Tourinippes-Läden umgewandelt. Alles natürlich mit zu zahlendem Eintritt. Die Kommodifizierung der Natur am Werk.

Eigentlich ein logischer Schluss: Erst alles aus dem Boden rauspopeln was so geht (Öl und Gas) und dann alles oberhalb, mit einem Fünkchen 1001 Nacht, verscherbeln. Läuft bei den Saudis.

Noch nicht verscherbelt (aber einen Zaun haben sie schon mal drum herum gezogen):

Das gleiche Spiel gibt es weiter nördlich: Wadi Disah. Die Entwicklung durch die arabische Tourismusbehörde steht schon in den Startlöchern und in ein paar Jahren kommt sicherlich auch hier die Eintrittskarte.

Man muss schon sagen, sie suchen sich nicht die hässlichsten Orte für die „Weiterentwicklung“ aus.

Und wenn wir schon mal bei schönen Bildern sind, machen wir doch gleich weiter:

So gehts hier tagelang. Eine Mischung aus Sand – und Steinpiste. Um die 20 km/h maximal und hier und da irgendwelche Hirten mit ihren Tieren. Und ihren Unterkünften:

Eine wirklich friedliche Gegend. Außer uns niemand da (es sollte immer Ramadan sein) und so können wir ganz alleine in den Abgrund starren.

Was dort fehlt?

Natürlich: Eine Brücke. Hier bitte schön!

Und mit diesem unterirdischen Übergang hören wir auf. Saudi-Arabien: lieber gestern als heute anschauen. Und demnächst: Jordanien. Eigentlich wollten wir dort gar nicht hin.

Und sonst so?

Oryxe, die auf Steine starren (und auf künstliche Wasserlöcher). Natürlich auch schon lange ausgerottet in der Gegend, aber mittlerweile in einem befahrbaren Zoo wieder zu sehen. Und ohne den Tieren zu nahe treten zu wollen: ganz schön fette Tiere sind das. Das passiert wohl, wenn die einzige Bedrohung in der Umgebung der Geländewagen ist. Die Oryxe in Angola und Namibia waren definitiv sportlicher unterwegs.

Die Kommentare sind geschlossen.