Nigeria – Offroad-Spaß im traumhaften Osten

Nigeria – Offroad-Spaß im traumhaften Osten

Diesmal: Schranken auf, die Deutschen kommen!

27.07.2019 – 04.08.2019

Der erste Nigeria Artikel war ja weniger Reisebericht, mehr Generalabfuhr. Muss ja auch mal sein. Doch das allein wird natürlich diesem Land nicht gerecht. Denn der Osten des Landes und gerade die Grenzregion zu Kamerun ist von berauschender Schönheit geprägt. Man fühlt sich, als ob man die ganze Zeit durch den alten Windows XP Desktophintergrund fährt. Mit mehr Schlamm, für mehr Spaß. Doch der Reihe nach, denn irgendwie muss man ja erstmal soweit kommen. Und das heißt, durch unzählige Polizei – und Möchtegernpolizeikontrollen durch. Wenn man versucht, das Unzählige zu zählen, sollte man in der Region 250 – 300 kommen. Großartiger Spaß.

Nigeria in aller Kürze

Um sich eine Vorstellung zu machen: Nigeria ist innenpolitisch vollkommen instabil (und wir reden hier nicht über Boko Haram) und die Zentralregierung unwillens und unfähig, irgendetwas daran zu ändern. Das ist auch nicht erst seit gestern so, sondern quasi seit der Unabhängigkeit. Mal besser, mal schlimmer. Ich bin mir sicher, Wikipedia gibt hier noch genauere Einblicke. Daraus ergeben sich heutzutage de facto Gebiete, die vom Gesetz nicht erfasst werden, und stattdessen ihr eigenes Ding machen, sehr gerne dabei sind Kidnappings und Wegzölle. Das Resultat sieht dann so aus: Auf den Straßen gibt es alle paar Kilometer verschiedene Stops. Mal ist es die Polizei, mal ist es das Militär (die wahrscheinlich versuchen, eben Genannte einzudämmen), mal gibt es die Polizei in ner anderen Farbe, mal gibt es irgendwelche Leute, die sich im EMP-Katalog das neuste Tarnfleckdress gekauft haben, mal gibt es einfach nur Leute in Zivil. Allen gemein ist die Bewaffnung mit mindestens einer Kalashnikov, verschiedensten Arten von beweglichen Nagelbrettern und dem Willen, irgendwas von dir haben zu wollen.

Zumindestens für uns lief das alles besser als gedacht. Unsere weißen Arme wurden gut sichtbar 100 Meter vor dem Stop aus den Fenstern geschwenkt uns siehe da, die Straßenblockade wurde zur Seite geräumt. In 90 Prozent der Fälle. Der Rest war dann ein Mix aus harmlosem BlaBla und zwei Typen, die uns im Auto hinterhergerast sind, um uns zu stoppen, was dann in einem intensiven Rumschreien auf der Straße und der mehrmaligen Frage ‘Ob sie denn noch ganz dicht seien’, endete. Alles halb so wild. Gefühlt kommt man als weißer Tourist ganz gut durch, solange man nen gesunden Menschenverstand hat und sich nicht komplett dämlich anstellt, aka nicht im Dunkeln fährt, denn dann kann für nichts mehr garantiert werden. Also, immer locker durch die Hose atmen, sind alles auch nur Menschen. Das gilt für das Gute wie für das Schlechte.

Ansonsten alles normal. Straßen so lala, das fahrerische Können der Einheimischen ebenfalls. Man fragt sich echt, wie Leute es gebacken bekommen, einen LKW auf gerader Strecke komplett umzukippen. Aber naja, mittlerweile ein gewohntes Bild. Apropos Bild:

Der Osten

Nun aber zu den schönen Seiten Nigerias, dem bergigen Osten. Eine traumhafte Landschaft, die gerade in der Regenzeit dem Auto und Fahrer einiges abverlangt. Dafür sind die Gräser grün. Und sowieso: Die sich durch die Hügel windenden Wege sind eine wahre Augenweide und man ist an jeder Kurve auf den nächsten Ausblick gespannt. Doch gerade wenn man sich daran gewöhnt hat und sich einfach nur zum entspannten Fahren zurücklehnen will, überrascht einen der Track mit Ausspülungen und Passagen, die eher an schlammig steinige Flussbetten statt Wege erinnern. Da kann man dann schon mal mit dem Auto in die (Lehm-)Wand fahren… Oder vom Modder aus der Spur geschoben werden. Tan hat nicht mal so laut geschrien, ist direkt im Hals stecken geblieben.

Ich merke gerade, mir fällt es nicht so leicht, die schönen Sachen zu beschreiben, also seht selbst.

Es war ein Fest. Den krönenden Abschluss lieferten uns dann die nigerianischen Grenzer beim Übertritt nach Kamerun. Nach dem Ausstempeln (währenddessen einer der Gehilfen mit einem Kohlebügeleisen alle Hemden der Anwesenden glättete) meinten sie zu uns, sie hoffen, Nigeria hat uns gefallen, trotz “the good and the bad”. Wir haben alle laut gelacht…

Mehr Bilder gibt es wie immer hier. Die Reiseroute findet ihr hier.

4 Gedanken zu „Nigeria – Offroad-Spaß im traumhaften Osten

  1. Der Blaue und sein Fahrer verdienen ein Lob, aber auch als wehrlose Beifahrerin braucht man starke Nerven! Selbst für die Heimatfront war Nigeria eine Herausforderung 🙂

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