Namibia I – Van Zyl Pass und das Kaokoveld

Namibia I – Van Zyl Pass und das Kaokoveld

17.11.2019 – 25.11.2019

Bye Bye Westafrika. Hello südliches Afrika. Nachdem wir nun 1 Jahr(!) bis hier her gebraucht haben, sind wir doch schon recht gespannt, wie es auf der “anderen Seite” aussehen wird. Man liest und hört ja da immer was vom “touristischen Afrika”, vom “einfachen Afrika”. Schaun wir mal.

Die Grenze war easy und nicht der Rede wert, ABER erstmal links fahren. Jop, das hat kurz gedauert und die ersten Bordsteine beim linksabiegen hab ich dann auch schonmal mit dem Hinterrad mitgenommen. Ansonsten? Hier siehts aus wie immer. Wenn man genauer hinschaut. Viel Blech, aber hinter Zäunen. Die erste gößere Stadt hingegen sieht aus wie ne Kleinstadt in Amerika oder Neuseeland. Charme kannste hier lange suchen. Gutes Fleisch hingegen nicht. Endlich! Ordentliches! Fleisch! Und sowieso: In Angola gabs in einer vergleichbar großen Stadt einen Supermarkt (der den Namen verdient) während es hier 10 gibt (von den anderen Ländern reden wir lieber nicht). Die 10 verkaufen zwar alle mehr oder weniger das Gleiche, aber hey, nach einem Jahr Westafrika ist das schon ne Offenbarung. Erdbeeren, Vollkornbrot, nach Reinheitsgebot gebrautes Bier. Leider kommen wir Sonntags an, da wird kein Alkohol verkauft. Aber wir fahren ja nie ohne Sicherheitsschnaps im Auto zu haben.. Auch billige Kippen und Diesel haben wir aus Angola mitgebracht.

Und wir sind ja nicht wegen der Supermärkte hierher gefahren. Von daher, erstes Ziel: Van Zyl Pass. “Der härteste Pass Afrikas” oder irgend so ein Dummfug. Ob dem so ist, darf bezweifelt werden, ne coole Offroadnummer sollte es auf jeden Fall werden. Für uns ging es daher erstmal nach Opuwo, um unsere Vorräte für die nächsten Tage aufzufüllen. Oh Opuwo, du Drecksloch. Wir haben dich hassen gelernt. Hier wurde man sofort wieder in das Arschlochafrika vergangener Monate zurückgeworfen. Jeder will irgendwas von dir, die Kinder sind dumme Bratzen und man kann keine Sekunde in Ruhe rumstehen. Aber dafür haben die Frauen die Brüste frei. Hat leider nicht ganz gereicht, um aus diesem Ort ne Reiseempfehlung zu machen. Ne kurze Erklärung dazu: Im Nordwesten Namibias (und Südwesten Angolas) wohnen unter anderem die Himba. Die Frauen dieses Volksstammes zeichnen sich optisch durch ihre Stammeskleidung aus, die aus Tierfellen und rötlich eingefärbter Haut besteht. Es ist eines jener wenigen Völker Afrikas, die sich heutzutage noch nicht dem westlichen Kleidungsstil angepasst haben, zumindest die Frauen. Ansonsten wird gebettelt und aufn Keks gegangen wie überall sonst. Im Supermarkt ist das allerdings ein witziges Bild, wie einerseits die halbnackten Frauen in der Chipsauswahl kramen, daneben die aus dem Jahrhundert gefallenen Hererodamen Softdrinks in ihren Einkaufswagen laden und dann die “normale” Bevölkerung und wir mittendrin.

Also ab in Kaokoveld, die Gegend, in der der Van Zyl Pass liegt und fraglos eine der, wenn nicht die schönste Gegend Namibias (und Afrikas).

Es gab viel Stein, viel Mopane (dieser grüne Baumbusch, knallhart) und noch mehr Steine. Das nenn ich mal ne Teststrecke für die Reifen!

Am Ende des Tages hatten wir dann den Teil des Passes erreicht, an dem es runter ins Tal geht. Da die Aussicht aber so grandios war, blieben wir gleich zwei Nächte da oben mit perfektem Ausblick auf das rostrot und orange leuchtende Marienflusstal. Es ist heiß, an die 40 Grad. Und nachts Millionen von Sternen.

Dann der spannende Teil des Ganzen. Eigentlich nur 40-50 Meter lang, aber krass steil und voller Geröll und Treppen. Wir haben erstmal 90 Minuten den Weg gebaut und Steine hin und her getragen, bis es weniger nach abstürzen aussah. Mit konstant quietschenden Bremsen ging es dann Zentimeter für Zentimeter nach unten. Hat glaub ich ne halbe Stunde gedauert. Sieht halt auf den Bildern nach nix aus, aber so isses ja immer.

Danach gabs noch zwei Passagen mit ordentlicher Schieflage direkt am Steilhang, wodurch ich mich zu der Aussage hinreißen ließ, nie wieder Passstraßen fahren zu wollen. Aber das hatten wir uns schon in Marokko gesagt, geholfen hats irgendwie nix. Einfach nicht runterfallen lautet die Devise.

Unten angekommen erwarteten uns die ersten Strauße und das wunderschöne Marienflusstal.

Braucht man eigentlich nicht viele Worte für – es ist einfach grandios. Rot in Orange soweit das Auge reicht. Was nicht all zu weit ist, aufgrund der Bergketten, die links und rechts das Tal einrahmen. Genug Reisekataloggesabbel.

Trocken wars. Arschtrocken um genau zu sein. Es hatte hier wohl die letzten sieben Jahre nicht mehr geregnet. Dementsprechend führten die unzähligen Flussbetten, die wir durchquerten, absolut kein Wasser. Gut für uns, schlecht für die Tiere. Obwohl die eigentlich einen ganz fidelen Eindruck machten.

Neben den normalen Tieren, wie Strauß und verschiedenen Antilopen, gibt es hier auch wilde Wüstenelefanten, Giraffen und Nashörner zu sehen. Wir hatten da aber nicht soviel Glück, für uns gabs nur Wüstenzebras in der Entfernung.

Unsere gefahrene Route könnt ihr hier nachvollziehen. Mehr Bilder gibts wie immer hier. Infos zum Visum und Grenzübergang findet ihr hier.

5 Gedanken zu „Namibia I – Van Zyl Pass und das Kaokoveld

  1. Genau, so einen Pass möchte ich auch nicht fahren. Meine Angst: was machst du wenn das Auto kippt….?
    aber tolle Bilder für einen Kalender oder als Bildschirmschoner

    1. Pass fahren? Geeeiiilll! Allerdings würde ich den Reifenluftdruck auf HÖCHSTENS 1,5 bar ablassen, auf Dünen, falls vorhanden, 1,0 bar.
      Stoßdämpfer? Is was für Weißware-Fahrer.
      Kippen?…Da ist eine Straße. Da fahren Autos. In Afrika wahrscheinlich LKWs. Kippen die? Nein, zumindest die meisten.
      Dann kippen wir auch nicht PUNKT
      :-)))))))

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