Entlang Marokkos Südküste bis zum Plage Blanche

Entlang Marokkos Südküste bis zum Plage Blanche

10.01.2019 – 14.01.2019

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Nach einem Zwischenstopp in Agadir sollte es für uns weiter an der Küste entlang gehen, ohne festen Plan – einfach mal schauen wo es uns gefällt. Wir wurden ja schon “vorgewarnt”, dass die Gegend südlich von Agadir auf Grund der hohen Temperaturen ein beliebtes Winterrückzugsgebiet für allmögliche Europäer in ihren Wohnmobilen ist und es eher an Sardinenbüchse erinnert als an Individualtourismus. Bevor wir das aber näher erkunden konnten, hatten wir noch einen Stopp in Ait Melloul, einem Vorort von Agadir geplant – auf dem Schrottplatz. Oder eher Teilemarkt fürs Auto, je nachdem. Erwartet hatten wir ein vor Altöl triefendes Molloch, in das Autos zum sterben kommen. Eventuell war es das früher auch mal, bei unserem Besuch sah es eher aus, wie bei jedem Hinterhofschrauber.

Wir sind natürlich nicht nur zum Gaffen gekommen, denn eigentlich wollten wir mal schauen, ob es für uns einen Bullenfänger gibt. Nachdem wir den Schrottinhabern klar gemacht hatten, was wir eigentlich suchen, stellte sich schnell heraus, dass es diesen hier nicht gab (ja, auch solch eine Situation gibts in Marokko) und wir uns lieber einen anfertigen lassen sollten. Also ab ins Industriegebiet! Dort fanden wir nach einigem Hin und Her zwar keinen Aluhändler, aber einen Edelstahlschweißer, der sich unsere Front anguckte und ein paar Skizzen anfertigte. Am Ende der Zeremonie hielt er uns allerdings einen Mondpreis von 500 Euro vor die Nase. Dann halt erstmal nicht.

Fischerdörfer bis zum Ende der Teerstraße

Die nächsten Tage gings wieder möglichst nah an der Küste entlang. Kleine Schotterpisten, gefolgt von trockenen Flussdurchquerungen, führten von Fischerdorf zu Fischerdorf. Ab und zu waren ein paar Surfer ansässig, die fast schon versprochene weiße Wohnmobilkolonne ließ sich aber nicht blicken. Keine Ahnung wo die so rumhängen. Viel mehr zu sagen gibt es zu dieser Strecke eigentlich nicht, daher gibts Bilder.

Irgendwann war dann auch die Straße an der Küste geteert und wir wurden natürlich gleich mal geblitzt, bzw gelasert. Es ist aber auch eine Katastrophe hier mit den Geschwindigkeitszonen. Von 80 auf 40 auf 20 innerhalb von 20 Metern bitte. Naja, kurz diskutiert und dann hat der Gendarm tatsächlich selbst die 150 Dirham-Strafe (15 Euro) auf 50 Dirham (5 Euro) gesenkt. Dann aber ohne Quittung natürlich. Macht man auch nicht jeden Tag…

Hinter Sidi Ifni waren nun selbst die letzten Wohnmobile aus unserer Sicht verschwunden und es ging munter weiter gen Foum Assaka, wo laut Karte die Teerstraße aufhört. Google Maps und Maps.Me ließen aber auf eine irgendwie geartete Piste hoffen.

Foum Assaka

Vor Ort angekommen, sah die Lage dann schon interessanter aus. Von einem ausgetrockneten Flussbett ging es steil über Geröll und Schutt nach oben auf ein Art Plateau. Von dort aus dann theoretisch weiter über Gestein hinauf auf die andere Seite des Canyons. Dieser Teil sah aus der Ferne (von der Einstiegsseite aus) extrem steil aus. Während wir die Strecke noch zu Fuss ablaufen, rollt unten ein Unimog mit Franzosen an, die uns berichten, dass sie vor ein paar Jahren da hoch sind, aber das nicht nochmal machen werden. Mehr brauchten wir nicht zu hören, mal sehen was unsere Karre so alles kann! Und wie geschmeidig das lief, zu mindestens bis zum Plateau. Von dort aus probierten wir erstmal eventuelle Alternativrouten, um uns den eigentlichen Aufstieg zu sparen. Diese entpuppten sich aber als Sackgassen und so blieb uns nichts anderes übrig, als den eigentlich Weg hoch zu fahren. Naja, was soll ich sagen: Wir sind nicht runter gefallen, und der Iglhaut hat sich einfach schön hochgearbeitet. Untergrund: egal. Spitze Kanten: egal. Geröll: egal. Senken und Löcher: egal . Enge Kurven: egal. Enge Kurven mit Steigung: egal. Traumhaft! Oben angekommen gings dann auch gleich wieder runter an den Strand, an dem uns dann windtechnisch schon mal ein Vorgeschmack auf die nächsten Tage und Kilometer gegeben wurde. Wie immer: Bilder von den offroadpassagen sind rar, weil wir damit zu tun haben zu fahren und ins walkie talkie zu schreien.

Zum Plage Blanche

Am nächsten Tag ging es auf der Piste weiter entlang der Küste bis zum Plage Blanche, dessen herausstellendes Merkmal wohl die Länge ist, die man komplett abfahren kann. Auf dem Weg dorthin wohnt nix und niemand, nur ein paar vereinzelte Fischer”hütten”, zusammengezimmert aus was auch immer am Strand angespült wurde. Satellitenschüsseln hatten sie aber, die kamen wahrscheinlich nicht aus dem Meer. Auf Strand-fahren hatten wir dann aber keinen Bock. Wir standen oft genug auf dem Strand, um zu wissen, wie sich Sand anfühlt und 3,4t mit 82PS machen im Sand nur bedingt Spaß. Ein paar Kilometer bis zum ersten Ausstieg sind wir trotzdem am Meer entlang. Ist ja ganz nett.

Der nächste Beitrag.

Mehr Bilder wie immer hier. Die Route könnt ihr hier einsehen.

5 Gedanken zu „Entlang Marokkos Südküste bis zum Plage Blanche

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