Angola III – Von Luanda in die Berge

Angola III – Von Luanda in die Berge

12.10.2019 – 20.10.2019

Diesmal: Grandiose Bergpanoramen und kleine Dörfer erwarten uns

Es folgt: Ein normaler Reisebericht. Kein Beschuss, kein Achsbruch, kein rumstressen. Fast schon ein wenig langweilig.

Sie nennen es die Mondlandschaft

Nach unserer Rückkehr aus Malange mit den Kalandula Fällen und Pedras Negras nach Luanda hieß es Abschiednehmen von den tollen Leuten hier und der uns erwiesenen Gastfreundschaft. Geht natürlich nicht passender als bei Lagerfeuer und einem kleinen Schnaps am Strand! Dazu ein Nonstop laufender Grill, aufgelegt werden feinste, in groben Salz gewälzte Fleischbatzen, aus den Engel-Kühlboxen kommt eisiges Bier und Wein, fast alle rauchen wie die Schlote. Irgendwann kippen wir um. Pünktlich zum neuen Grillstart stehen wir auf, irgendwer drückt uns einen Drink in die Hand. Na dann Prost!

Mal wieder wichtige Reiseinfos: Das lokale Bier, Cuca, ist eher meh. Nach mehreren davon sollte man zu Schnaps wechseln. War dafür relativ preiswert, Anfangs 40 Eurocent und nachdem der angolanische Kwanza noch schwächer wurde, 25 Eurocent für 0.3 Liter im Supermarkt. Der billigste und gute Whiskey liegt dafür auch nur bei 3-5 Euro pro Flasche.

Nachdem der Kater uns wieder verlassen hatte, ging es vom Strand in die Berge, ab nach Gabela. An der Küste ist noch alles leicht hügelig und bis auf die Flussläufe trocken, dörr, grau. Stoppelgras, Büsche mit Dornen und staubiger, hellbrauner Boden. Lehmhütten am Hang begleiten uns. Nach der luandinischen Haute Cuisine gab es jetzt nun wieder Funge (Maniokmehlklos) und Bushmeat in Soße. Schmeckt wie Wild und kostetet 2,50 Euro pro Teller.

Wenn man das so alles sieht und erlebt wird einem wieder bewusst, wie komisch es sein muss in Luanda zu wohnen, dieser Glitzermetropole Londoner Ausmaßes und dann am Wochenende mit seinem fetten Toyota Geländewagen, voll bester Campingausrüstung, durch sein Heimatland zu fahren, in dem die Leute ansonsten in Stroh- und Lehmhäusern wohnen. Eine interessante Blase.

Weiter geht es in die richtigen Berge, in Richtung 2000 Meter. Wo man hinschaut wird alles grün, traumhafte Berglandschaft und keiner schreit rum, alle sind zurückhaltend. 2 Leute im Dorf spielen Dame mit Kronkorken, 10 gucken zu. Afrika ausm Werbeprospekt. Ist doch auch mal schön. Auch typisch, aber nicht so werbeprospektisch ist der tägliche Hürdenlauf Essen zu bekommen. Nein, nicht weil alle so sehr hungern (tun sie nicht), sondern weil es scheinbar absolut unnormal und ein enomer Aufwand ist, als Betreiber des “Restaurants” (Wellblechhütte mit zwei Schemeln) potentiellen Kunden mitzuteilen, ob und was es zu essen gibt. Manchmal dachten wir schon, wir haben uns im falschen Laden erkundigt, nachdem wir in das fragende Gesicht unseres Gegenübers geschaut haben. Na dann halt doch selber die Töpfe suchen und reingucken.

Ein Highlight haben wir noch. Ist aber nur ein kleines. Autowäsche local style! Neben unserem Übernachtungsplatz in einem der ehemaligen Steinbrüche für den Straßenbau gab es ein paar etwas größere Pfützen und so konnten wir mal ausgiebig unsere Karre von außen waschen. Ich glaube das erste mal seit Europa. War auf jeden Fall schon ordentlich räudig. Und siehe da, das Blau ist eigentlich noch ein bissl heller und kann glänzen.

Ich glaube, das sah zwei Tage so aus. Dann war wieder alles dreckig und stumpf. Fazit: Autowaschen in Westafrika ist sinnlos. In diesem Sinne:

Unsere gefahrene Route gibts hier. Die restlichen Bilder aus Angola findet ihr hier.

2 Gedanken zu „Angola III – Von Luanda in die Berge

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